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Stawi: |
Als
ich am Dienstag endlich die CD in Händen hielt war ich doch sehr
aufgeregt. Seit letztem Jahr habe ich die Entwicklung von „Nature´s
Odyssey“ in kleinen Häppchen mitbekommen und nun hatte ich das Album
endlich in meinen Händen. Ron, beschreibe doch mal wie das
Gefühl war, als ihr euren ersten Plattenvertrag unterschrieben habt.
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Ron: |
Es ist
schon ein zwiespältiges Gefühl gewesen. Da wir beide relativ "grün"
waren (und sind) was Verträge angeht hatten wir schon ein wenig die
Befürchtung dass wir etwas unseriöses unterschreiben.
Zumal wir nicht die Möglichkeit hatten den Vertrag von einem Anwalt
durchleuchten zu lassen - der hätte wohl die zu erwartenden Einnahmen
mit einem Mal "aufgefressen" :)
Andrerseits waren wir schon froh, dass man uns einen Vertrag
angeboten hatte. Wir haben im Einvernehmen mit dem Label noch einige
Punkte geändert, die uns etwas Bauchschmerzen bereitet haben.
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Stawi: |
Volker, wie war für dich das Gefühl, als du das Album in seiner
Endfassung das erste Mal in der Hand hieltst?
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Volker: |
Das
war schon toll nach so viel Arbeit endlich das Ergebnis in den Händen zu
halten. Schließlich ist das komplett unser Werk: Konzept, Arrangement,
Mix, Premastering, Cover. Man hat sich selbst gezeigt: "Wir können das"
:-)
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Stawi: |
So
wie Mike Oldfield zum Beispiel „The Songs of Distant Earth“ nach dem
gleichnamigen Buch von Arthur C. Clarke komponiert und produziert habt,
muss doch etwas mehr hinter eurem Album „Nature´s Odyssey“ stecken.
Welche Idee, außer einem Konzeptalbum steckt dahinter?
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Volker: |
Die
Idee war, verschiedene Stimmungen einzufangen und musikalisch
auszudrücken. "Nature´s Odyssey" bezieht sich zwar sehr auf die Natur,
aber vieles darf man auch im übertragenen Sinne verstehen.
Zum Beispiel "Clouds": Der musikalische Flug durch die Wolken ist
unserer Meinung nach ziemlich gut dargestellt *g*
Was empfindet man bei einem Flug durch Wolken? Die meisten werden wohl
"Freiheit" damit assoziieren. So geht es also nicht nur um die Wolken,
das Naturphänomen an sich, sondern auch um eine gewisse Gefühlsebene.
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Stawi: |
Als
ich eurer Album nun das erste Mal in hörte, dachte ich an die Trilogie
von Philip Puhlman mit seinen Büchern: Das magische Messer, Das
Bernstein Teleskop und Der goldene Kompass. Also reine Fantasie Bücher.
Kennt die einer von euch?
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Volker: |
Mir
ist Philip Puhlman nicht bekannt.. wie stehts mit dir, Ron?
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Ron: |
Klar
kennst du mich!
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Volker: |
*slap*
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Ron: |
*grins* Nein, im Ernst, die Trilogie kennen wir leider nicht :)
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Stawi: |
Das
Album „Nature´s Odyssey“ gibt mir klanglich einige Geheimnisse preis.
Auf der Ursprungsversion als MP3 konnte ich zum Beispiel in „Rainforest“
die nun deutlich zu hörende Motorsäge nicht erkennen. In meinen
Gedanken, im Sommer 2003, habe ich „Rainforest“ wie folgt beschrieben:
Der Regenwald, leise und doch laut. Eindringlich in seinen
Eindrücken. Entspannend durch den Klang der vielen Geräusche. Über dich
ein grüner Himmel aus Blättern unzähliger Bäume. Du schließt die Augen
und genießt den Klang. Friedlich, nicht still. Der Wald lebt.
Jetzt durch die neue Abmischung und der hervorragenden Qualität, denke
ich ein bisschen anders darüber. Heute würde ich dazu schreiben:
Maschinen dröhnen am Horizont und kommen den alten Bäumen näher. Die
Bäume schreien auf vor Schmerz und fallen dann ächzend zur Erde.
Habe ich die richtige Message verstanden oder interpretiere ich hier
etwas hinein, was so nicht stimmt?
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Ron: |
Deine
Eindrücke decken sich schon mit dem was wir ausdrücken wollten - wenn
man das auf die Wälder bezieht. Der Song besteht eigentlich aus mehreren
Teilen. Der Friede der Natur am Anfang, die von Dir angesprochene
Bedrohung in der Mitte, und Hoffnung am Ende.
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Volker: |
Allerdings kann man keinem der Stücke eine "richtige" Interpretation
verpassen. Es gibt kein "Falsch" und kein "Richtig", der Hörer
interpretiert seine eigenen Gedanken hinein. Das ist ja gerade das
Schöne an Instrumentalmusik, sie engt nicht ein und lässt viel Freiraum
für eigene Interpretationen.
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Stawi: |
Ihr
schreibt auf Eurer Homepage zu „Nature´s Odyssey“: Eine musikalische
Reise rund um die Erde. Dabei gibt es kaum einen Ort, den wir nicht
besuchen. Getragen von atmosphärischen Klängen und hypnotischen Melodien
schwebt der Hörer zu den musikalisch gemalten Schauplätzen der Natur.
Habt ihr einen besonderen Hang zu Natur oder hat sich das alles
einfach so ergeben?
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Volker: |
Naja,
wir sind keine fanatischen Ökos mit Müsli inner Tasche, aber die Natur
fasziniert uns schon auf einer gewissen Ebene.
Es gibt schon viel zu sehen, was unserer Meinung nach recht
melancholisch macht. Ich empfinde beim Anblick des Meeres eine gewisse
Traurigkeit. Nicht im depressiven Sinne, eher eine "schöne" Traurigkeit.
Sehr schwer zu beschreiben.
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Ron: |
Bei
mir ist eher andersherum. Ich werd schon gerne mal etwas schwermütig,
was teilweise sicher auch zu hören ist.
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Stawi: |
Auf
der CD habt ihr zusätzlich zu den bekannten Tracks noch „Aurora“ und
„Beyond the Ocean“ eingespielt. Wie kam es kurz vor Ende der Aufnahmen
zu diesen Tracks?
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Volker: |
Die
Tracks sind entstanden, als wir an den Übergängen gearbeitet haben.
Eigentlich sollten es jeweils nur ein paar Takt werden, aber es dann kam
dann mehr dabei heraus.
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Stawi: |
Ihr
habt von Beginn alle Titel nach dem sie fertig waren ins Netz zum
kostenlosen Download bereitgestellt. Habt Ihr am Anfang nicht geglaubt,
dass daraus eine CD werden könnte?
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Volker: |
Ehrlich gesagt, daran haben wir im Leben nicht gedacht. Zumindest nicht
an eine Veröffentlichung über ein Label. Die mp3s hätten wir trotzdem
ins Netz gestellt, weil wir auch andere an unserer Musik teilhaben
lassen wollten.
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Ron: |
Natürlich waren wir auch neugierig auf Feedback, welches es damals bei
Myownmusic in Hülle und Fülle gab. Später haben wir die mp3s auch als
Werbemaßnahme gesehen. Für eine unbekannte Formation ist es verdammt
schwer etwas an den Mann zu bringen. |